IP013 Die böse Handlung

Wir sind böse, denn wir haben euch auf diese Folge sehr lange warten lassen.
Aber auch andere Dinge die wir tun sind nicht immer nett: wir drängeln an der Supermarktkasse, wir beleidigen andere Verkehrsteilnehmer und essen das letzte Stück Kuchen. Sind wir deshalb böse? Was qualifiziert eine Handlung eigentlich als böse?

In dieser Folge lernen wir, dass Kaugummikauen weniger schlimm ist als Massenmord und warum es besser ist, das Philosophiestudium abzubrechen. Bleibt also am Ball wenn ihr wissen wollt, wo der heißeste Scheiß abgeht.

Literatur:
Goldberg, Z. J. (2019). Was ist eine böse Handlung? Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 66(6), 764-787.

Weiterführende Lesetipps:
Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem
Philip Zimbardo: The Lucifer Effect – Understanding How Good People Turn Evil

Eine Antwort auf „IP013 Die böse Handlung“

  1. Sweetes Paper, danke!
    Ich möchte in die Definition der “bösen Handlung” eine Absicht einbringen, also einen Vorsatz und ein Outcome. Diese hat als Voraussetzung eine affektive theory of mind des Handelnden, also weiß er, dass durch die Handlung etwas für den Behandelten Schmerzendes geschieht. Und nicht nur nimmt er den Schmerz billigend in Kauf, sondern er zielt darauf ab, und der Schmerz soll existenziell, nicht nur banal sein. Die Vulnerabilität des böse Behandelten ist in diesem Gefüge ebenfalls Voraussetzung (und konstituiert das Machtverhältnis).
    Ein Baby kann also mangels ausgebildeter theory of mind nicht böse sein, nur z.B. tollpatschig.
    Ein geklauter Kaugummi fällt zwangfrei aus dieser Definition.
    Sexualisierte Gewalt unabhängig von der körperlichen Versehrung wäre damit erfasst. Aber auch die Banalität des Bösen, wo die affektive zu einer kognitiven Dissonanz wird und somit zu einer Auslagerung der Verantwortung führt wird so erklärt. Auch die unmittelbare Erfahrung der Empörung nach Durkheim findet in der affektiven theory of mind eine Erklärung.
    Das “Unerklärliche Böse” kommt möglicherweise aus dem verdrängten Bösen in uns. Weil wir grundsätzlich in der Lage sind, böse zu handeln, dies aber – wie uns meist und auch den meisten im Alltag nötig erscheint – unterdrücken um ein friedvolles Leben zu haben, müssen wir “böse” Triebe unterdrücken. Da aber nach biblischer Mythologie der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist, der Mensch aber ja in der Lage ist, Böses zu tun, so muss um dem Ideal des guten, gütigen Gottes weiter entsprechen zu können das Böse externalisiert werden – Tadaa: Teufel macht’s!

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