IP021 Die Freiheit des Neurons

Frage: Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?

Antwort: Wolf Singer!

Oder: “Och nö, schon wieder ne dreiviertel Stunde Gewäsch über die Frage ob wir frei sind oder nicht!”

Aber weit gefehlt! Heute lernen wir: Wir wissen nicht, ob wir frei sind und wir werden es wohl auch so schnell nicht wissen. Irgendwie ist uns das aber auch egal. Außerdem sprechen wir über die artgerechte Haltung von Matratzen außerhalb ihres natürlichen Biotops. Wen diese Ankündigung nicht heiß gemacht hat, dem können selbst wir nicht mehr weiterhelfen. Hört rein oder nicht, es ist eure Entscheidung!

Literatur:
Northcott, Robert. “Free will is not a testable hypothesis.” Erkenntnis 84.3 (2019): 617-631.

IP020 Nihilismus als Chance

Unser alter Freund Sokrates soll ja mal gesagt haben: Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Die negativen Theologen finden das dufte, denn dann wissen sie ja immerhin schon mal das. Ganz so ist es natürlich nicht gemeint aber immerhin können wir uns in dieser Folge über einen lächelnden Nietzsche freuen. Und es gibt noch mehr! Wir lernen: das Lästern über Gott bringt uns nicht in die Hölle sondern die Lebenserfahrung eines Kriegsveterans. Verwirrt? Dann legt euer Gesangbuch zur Seite und stimmt in den Reigen ein.

Literatur:
Gutschmidt, R. (2019). Skeptizismus und negative Theologie: Endlichkeit als transformative Erfahrung.

IP019 Intimitäten und Menschenrechte

Es soll Menschen geben, die haben ein Privatleben. Aber was sind das wohl für komische Vögel? Unsereins ist ja gerne bereit, sämtlichen Mist mit allen im Internet zu teilen – ob sie es hören/lesen wollen oder nicht.

Trotzdem sind wir uns darüber im Klaren: es gibt ein Recht auf Privatheit? Ob wir unsere Wochenenden gerne in Latex verbringen, auf der Toilette laut Howard Carpendale Songs schmettern oder heimlich Muttis Essen nachwürzen geht keinen etwas an. Also: ändert euer Passwort und hört euch diese Folge an.

Literatur:
Ramsay, H. (2010). Privacy, privacies and basic needs. The Heythrop Journal, 51(2), 288-297.

IP018 Bewusstsein kurz nach dem Urknall

Die heutige Folge erfeut die Psychologinnen unter uns sehr. Wir sprechen über die angeweste Seinheit des psychischen und lernen dabei: auch wenn wir glauben wir glaubten nicht, so tun wir das erst recht. Klingt nach Freud (nicht Freude), ist aber – im Gegensatz zu unserem Wiener Kaffeehauskumpanen – eigentlich ganz plausibel, wenn man nur mal so drüber nachdenkt.

Wir agieren heute als philosophische Gandhis und kämpfen mit friedlichen Mitteln für die Freiheit. Also packt die Gewehre in den Schrank und stellt den Teller weg.

Das eben gesagte kommt euch wie zusammenhangsloses Gewäsch vor? Dann hört besser mal rein!

Literatur:
Wandschneider, D. (2016). Zur Seinsweise des Psychischen. Zeitschrift für philosophische Forschung, 70(1), 28-46.

IP017 Metahumanistische Genetik

Desingerbabys sind hip und jeder will sie haben.

Aber wie komme ich zu meinem ganz speziellen Superkind? Und kann ich auch ein Superkind sein? Klavierstunden im Mutterleib und Chinesischkurse für Spermien sind total 90er. Heutzutage gibt es da doch teuerere Lösungen.

Literatur:
Sorgner, S. L. (2015). Metahumanist Politics and Three Types of Freedom. European Journal of Science and Theology, 11(1), 119-129.

IP016 Erstaunliche Philosophie

Glauben wir dem guten alten Aristoteles, so ist das Staunen der Anfang des philosophierens. Für Platon ist das alles Quatsch, Augenwischerei und ein billiger Taschenspielertrick.

Die hieraus nicht direkt aber über Umwege unausweichlich folgende Frage lautet: Werden wir von David Copperfield schon seit Jahrzehten nur verarscht? Ist er etwa gar kein seriöser Philosoph?

In dieser Folge werden Weltbilder eingerissen. Hört sie euch nur an, wenn ihr starke Nerven und einen sicheren Hosenboden unter euch habt.

Literatur:
Poetsch, C. (2019). Das Staunen als Anfang der Philosophie. Zeitschrift für philosophische Forschung, 73(1), 100-132.

IP015 Fleisch ist kein Gemüße…

… aber es wächst vielleicht bald auf Bäumen resp. in Gläsern.

Für viele Menschen ist ein Mittagessen ohne totes Tier nur schwer vorstellbar. Neben der Tatsache, dass man sich ja schon berechtigerweise die Frage stellen kann, ob Massentierhaltung für einen Großteil der Beteiligten vielleicht nicht so richtig nett ist, stellt sie bekanntermaßen auch ein ökologisches Problem dar.

Wäre es da nicht schön, wenn man sich sein Fleisch einfach im Labor züchten könnte? Wir werden sehen…

Literatur:
Böhm, I., Ferrari, A., & Woll, S. (2018). Visions of In Vitro Meat among Experts and Stakeholders. NanoEthics, 12(3), 211-224.

IP014 Weisheit als Ziel

Auch wenn es die Missachtung der Rechtschreibregeln nahelegt: Weisheit ist nicht nur für Malermeister ein relevantes Thema.

Auch der Durchschnittsphilosoph denkt über Weisheit nach und kommt je nach Schule, Gusto und Wahl der Tapete zu unterschiedlichen Urteilen über dieselbe. Also legt den Pinsel weg und hört genau hin, was wir alten weis(s)en Männer euch sagen.

Literatur:
Schmechtig, P. (2015). Ist Weisheit ein epistemisches Ziel? Zeitschrift für philosophische Forschung, 69(4), 526-549.

IP013 Die böse Handlung

Wir sind böse, denn wir haben euch auf diese Folge sehr lange warten lassen.
Aber auch andere Dinge die wir tun sind nicht immer nett: wir drängeln an der Supermarktkasse, wir beleidigen andere Verkehrsteilnehmer und essen das letzte Stück Kuchen. Sind wir deshalb böse? Was qualifiziert eine Handlung eigentlich als böse?

In dieser Folge lernen wir, dass Kaugummikauen weniger schlimm ist als Massenmord und warum es besser ist, das Philosophiestudium abzubrechen. Bleibt also am Ball wenn ihr wissen wollt, wo der heißeste Scheiß abgeht.

Literatur:
Goldberg, Z. J. (2019). Was ist eine böse Handlung? Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 66(6), 764-787.

Weiterführende Lesetipps:
Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem
Philip Zimbardo: The Lucifer Effect – Understanding How Good People Turn Evil

IP012 Vom Nutzen der Historie

Früher war alles besser, früher war alles gut…

… so sangen einst die Toten Hosen. Insofern ist es nur logisch, dass wir in dieser Folge, welche auf die “Folge des Todes” folgt (Folgen folgen nämlich bekanntlich immer), sich mit diesem ominösen “Früher” beschäftigt. War es nicht schön damals, als die Welt noch in Ordnung war, Martin noch Haare hatte und wir ohne Angst ins innerdeutsche Sperrgebiet auf Landminensuche gehen konnten. Wir können so viel von dieser Zeit lernen, oder etwa nicht? Wie immer lernt ihr bei uns die Wahrheit kennen und sie ist nicht leicht zu akzeptieren.

Literatur:
Thanassas, Panagiotis (2017): Vom Nutzen der Historie. Hegels Auflösung des historischen Didaktizismus. Zeitschrift für philosophische Forschung, 71(4):515-535.

Auch lesenswert:
Nietzsche, Friedrich: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben.