IP016 Erstaunliche Philosophie

Glauben wir dem guten alten Aristoteles, so ist das Staunen der Anfang des philosophierens. Für Platon ist das alles Quatsch, Augenwischerei und ein billiger Taschenspielertrick.

Die hieraus nicht direkt aber über Umwege unausweichlich folgende Frage lautet: Werden wir von David Copperfield schon seit Jahrzehten nur verarscht? Ist er etwa gar kein seriöser Philosoph?

In dieser Folge werden Weltbilder eingerissen. Hört sie euch nur an, wenn ihr starke Nerven und einen sicheren Hosenboden unter euch habt.

Literatur:
Poetsch, C. (2019). Das Staunen als Anfang der Philosophie. Zeitschrift für philosophische Forschung, 73(1), 100-132.

IP015 Fleisch ist kein Gemüße…

… aber es wächst vielleicht bald auf Bäumen resp. in Gläsern.

Für viele Menschen ist ein Mittagessen ohne totes Tier nur schwer vorstellbar. Neben der Tatsache, dass man sich ja schon berechtigerweise die Frage stellen kann, ob Massentierhaltung für einen Großteil der Beteiligten vielleicht nicht so richtig nett ist, stellt sie bekanntermaßen auch ein ökologisches Problem dar.

Wäre es da nicht schön, wenn man sich sein Fleisch einfach im Labor züchten könnte? Wir werden sehen…

Literatur:
Böhm, I., Ferrari, A., & Woll, S. (2018). Visions of In Vitro Meat among Experts and Stakeholders. NanoEthics, 12(3), 211-224.

IP014 Weisheit als Ziel

Auch wenn es die Missachtung der Rechtschreibregeln nahelegt: Weisheit ist nicht nur für Malermeister ein relevantes Thema.

Auch der Durchschnittsphilosoph denkt über Weisheit nach und kommt je nach Schule, Gusto und Wahl der Tapete zu unterschiedlichen Urteilen über dieselbe. Also legt den Pinsel weg und hört genau hin, was wir alten weis(s)en Männer euch sagen.

Literatur:
Schmechtig, P. (2015). Ist Weisheit ein epistemisches Ziel? Zeitschrift für philosophische Forschung, 69(4), 526-549.

IP013 Die böse Handlung

Wir sind böse, denn wir haben euch auf diese Folge sehr lange warten lassen.
Aber auch andere Dinge die wir tun sind nicht immer nett: wir drängeln an der Supermarktkasse, wir beleidigen andere Verkehrsteilnehmer und essen das letzte Stück Kuchen. Sind wir deshalb böse? Was qualifiziert eine Handlung eigentlich als böse?

In dieser Folge lernen wir, dass Kaugummikauen weniger schlimm ist als Massenmord und warum es besser ist, das Philosophiestudium abzubrechen. Bleibt also am Ball wenn ihr wissen wollt, wo der heißeste Scheiß abgeht.

Literatur:
Goldberg, Z. J. (2019). Was ist eine böse Handlung? Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 66(6), 764-787.

Weiterführende Lesetipps:
Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem
Philip Zimbardo: The Lucifer Effect – Understanding How Good People Turn Evil

IP012 Vom Nutzen der Historie

Früher war alles besser, früher war alles gut…

… so sangen einst die Toten Hosen. Insofern ist es nur logisch, dass wir in dieser Folge, welche auf die “Folge des Todes” folgt (Folgen folgen nämlich bekanntlich immer), sich mit diesem ominösen “Früher” beschäftigt. War es nicht schön damals, als die Welt noch in Ordnung war, Martin noch Haare hatte und wir ohne Angst ins innerdeutsche Sperrgebiet auf Landminensuche gehen konnten. Wir können so viel von dieser Zeit lernen, oder etwa nicht? Wie immer lernt ihr bei uns die Wahrheit kennen und sie ist nicht leicht zu akzeptieren.

Literatur:
Thanassas, Panagiotis (2017): Vom Nutzen der Historie. Hegels Auflösung des historischen Didaktizismus. Zeitschrift für philosophische Forschung, 71(4):515-535.

Auch lesenswert:
Nietzsche, Friedrich: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben.

IP011 Tod, Verderben, Rollkragenpullis

Beim heutigen Titel wird einen ganz heimelig zumute: wir reden über den Tod.

Genauer gesagt eigentlich über die Angst vor selbigem. Wir stellen uns die Frage, warum wir den Sensenmann fürchten, besonders, wenn er hinter uns steht und wir eigentlich gerade die Welt retten wollen. Dies ist nichts für schwache Nerven und feuchte Socken. Zieht die Hose hoch und macht euch bereit für nur eine von mehreren Wahrheiten…

Literatur:
Thomas Grundmann (2018): Egoismus, Altruismus und die Furcht vor dem eigenen Tod. Ein Beitrag zur analytischen Existenzphilosophie. Zeitschrift für philosophische Forschung, 72(4):465-491.

Weiterführende Literaturempfehlungen, die zwar nichts mit dem Thema zu tun haben, trotzdem aber lesenswert sind:
Nagel, Thomas: Wie es ist, eine Fledermaus zu sein.
Nagel, Thomas: Der Blick von Nirgendwo

IP010 Wirklichkeit

Falls ihr mir nicht glaubt, so sei euch versichert: das ist wirklich so.

Aber wie kann ich überhaupt wissen, was wirklich ist? Vielmehr: was ist diese Wirklichkeit? In dieser Folge könnt ihr die rote Pille nehmen und endlich die Erleuchtung außerhalb der Matrix erfahren. Zumindest so ähnlich. Wir lernen nämlich: auch die Matrix ist Wirklichkeit…

Literatur:
Markus Gabriel: Was ist (die) Wirklichkeit?, in: ders. und M. D. Krüger (Hgg.), Was ist Wirklichkeit? Neuer Realismus und hermeneutischer Theologie, Tübingen 2018, 63-118.

IP009 Sinnvolle Ewigkeit

Diese Folge dauert ewig aber wir haben ja alle Zeit der Welt.

Aber was meinen wir eigentlich mit dem Begriff der Ewigkeit und ist das ewige Leben, welches uns diverse Religionen versprechen, eigentlich wirklich so toll? Immerhin hätte man dann endlich genügend Zeit, das Zimmer aufzuräumen und würde sich vielleicht am Bahnhof weniger ärgern.

Literatur
Sebastion Ostritsch (2015): Welche Ewigkeit wir weder wirklich wollen noch sinnvoll denken können. Zeitschrift für philosophische Forschung, 69(3):306-325.

IP008 Gottesbeweise (3/3): der teleologische Gottesbeweis

Wenn man täglich auf unsere Welt schaut, fragt man sich ja schon, welcher Trottel das so entworfen hat.

Aber im Prinzip ist die Welt ein ziemlich geniales Design, welches selbst Steve Jobs seinerzeit in seine Schranken gewiesen hätte. Und wenn völlig überteuerte Yuppiegadgets alle einen Designersteve brauchen, so braucht wohl auch die Welt einen Kevin, Horst oder Angela.

Literatur:
James Dominic Rooney (2013): Evolutionary Biology and Classical Teleological Arguments for God’s Existence. The Heythrop Journal, 54(4) 617-630.

IP007 Gottesbeweise (2/3): der ontologische Gottesbeweis

Der ontologische Gottesbeweis besagt, Gott existiert, weil wir ihn denken können. Klingt komisch, ist es auch.

Anselm von Canterbury war allerdings davon überzeugt, hiermit richtig zu liegen. “Naja,” mag der manche sich jetzt denken “was wusste der schon? Der hat sicher zu viel am Ale geschnuppert.” Kenner wie wir wissen allerdings: es war italienischer Wein! Und dass solche vermeintlichen Unwichtigkeiten auch mal interessant sein können, erfahren wir in dieser Folge von Instant Philosophie.

Literatur:
Manuel Güntert (2018): Die Geburt des ontologischen Gottesbeweises aus dem (Nicht?-)Vollzug des ontologischen Menschenbeweises. Zeitschrift für philosophische Forschung, 72(1):15-49.